Vorlage für Arbeitgeber

Stellenbeschreibung Informatiker/in: Vorlage für die Schweiz

Diese Vorlage zeigt, was ein Schweizer Stelleninserat für eine Informatikerin oder einen Informatiker enthalten muss: die Aufgaben je nach Fachrichtung, Muss- und Wunschanforderungen, das Lohnband in CHF und ein kopierfertiges Inserat mit Platzhaltern.

Die Rolle in Schweizer Unternehmen

Informatiker/in EFZ ist ein vierjähriger Lehrberuf. Die Bildungsverordnung des SBFI vom 19. November 2020, in Kraft seit 1. Januar 2021, kennt zwei Fachrichtungen: Applikationsentwicklung und Plattformentwicklung. Die frühere Fachrichtung Systemtechnik läuft aus; wer vor 2021 begonnen hat, schliesst längstens bis Ende 2026 nach altem Recht ab. Support-Profile deckt die dreijährige Lehre ICT-Fachfrau/-mann EFZ ab, mit neuer Verordnung seit 1. Januar 2026. Wer keine erfahrene Person findet, bildet selbst aus, siehe Lehrstelle ausschreiben.

In vielen KMU bezeichnet der Titel eine Generalistenstelle für den Betrieb: Server, Active Directory, Microsoft 365 und 2nd-Level-Support, wie sie der Abschnitt Aufgaben im Detail auflistet. Wer die Fachrichtung Applikationsentwicklung meint, sucht Java, C# und .NET oder TypeScript; dafür passt die Vorlage Softwareentwickler/in besser.

Die Rollenseiten auf ITBoard ordnen Inserate nach dem Titel zu: «Systemtechnik» landet bei System Engineering, «Applikationsentwicklung» bei der Softwareentwicklung, «IT-Techniker» beim Support. Stellensuchende filtern und abonnieren den Newsletter nach Skills; markieren Sie deshalb nur Technologien, die zum Alltag gehören. Die Skills unten stammen aus laufenden ITBoard-Inseraten für diese Rolle.

Offene Stellen404
Häufigste SkillsPython, Azure, Java
Remote oder hybrid81 %
Median Lohn (Mid-Level)CHF 95’000

Aufgaben, die in dieses Inserat gehören

Streichen Sie, was Ihre Umgebung nicht hat, und beziffern Sie den Rest.

  • Serverbetrieb: Windows- und Linux-Server installieren, patchen, überwachen; VMware oder Hyper-V, Backup und Storage betreiben.

  • Identitäten und Zugriffe: Active Directory und Entra ID pflegen, Berechtigungen vergeben, Ein- und Austritte technisch abwickeln.

  • Microsoft 365 und Geräte: Teams, Exchange und SharePoint betreiben, Geräte über Intune verwalten, Arbeitsplätze ausrollen.

  • 2nd-Level-Support: Tickets aus dem 1st Level übernehmen, Störungen analysieren, nach ITIL dokumentieren, an Hersteller eskalieren.

  • Automatisierung: Wiederkehrende Aufgaben mit PowerShell automatisieren und die Skripte für das Team dokumentieren.

  • Applikationsbetreuung: Releases von Fachanwendungen einspielen, Schnittstellen überwachen, Termine mit Herstellern koordinieren.

  • Monitoring und Sicherheit: Patch-Management, Monitoring und Alerting betreiben, Conditional Access und Geräte-Compliance umsetzen.

  • Projekte: Migrationen nach Azure oder Microsoft 365 begleiten, neue Systeme einführen, externe Dienstleister steuern.

Acht Aufgaben ohne Zahlen sagen nichts über die Grösse der Stelle. Nennen Sie Anwender, Standorte, Server und Cloud-Anteil, und sagen Sie, ob Pikett anfällt. Das ERP beim Namen zu nennen entscheidet, ob die Applikationsbetreuung Nebenaufgabe oder der halbe Job ist.

Anforderungen: Muss und Wunsch

Das EFZ plus Praxis in Ihrer Umgebung ist das Muss; Zertifikate sind Wunsch, weil zwei Jahre mit Windows Server mehr sagen als ein Nachweis. Schweizer Inserate verlangen Deutsch in 87 % der Fälle, Englisch in 32 % und Französisch in 23 % (Adecco Job Index Q1 2023); nennen Sie Niveau und Zweck.

Muss
  • Informatiker/in EFZ (Plattform- oder Applikationsentwicklung, frühere Systemtechnik) oder gleichwertige Ausbildung (HF, FH)

  • [2] Jahre Praxis mit Windows Server und Active Directory

  • PowerShell, Grundkenntnisse Netzwerk

  • Deutsch sicher in Wort und Schrift, Englisch für Dokumentation

  • Strukturierte Fehlersuche, Servicementalität

  • Arbeitsbewilligung für die Schweiz vorhanden

Wunsch
  • MD-102 Endpoint Administrator oder eine vergleichbare Microsoft-365-Zertifizierung

  • ITIL Foundation

  • Azure-Grundlagen für hybride Umgebungen

  • Linux und SQL für die Applikationsbetreuung

  • VMware- oder Hyper-V-Nachweise

  • Französisch bei Standorten in der Romandie

«Arbeitsbewilligung vorhanden» dürfen Sie verlangen, weil der Aufenthaltsstatus kein geschütztes Merkmal ist. Das Gleichstellungsgesetz verbietet Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Anstellung (Art. 3 GlG); die Paarform «Informatiker/in» genügt, (w/m/d) ist keine Pflicht.

Lohnband und Pensum

Der Gehaltsreport für Informatiker/innen auf ITBoard führt drei Bänder als Jahreslohn: Einstieg mit Median CHF 72'000 (mittlere Hälfte 66'000 bis 78'000), mit Erfahrung CHF 95'000 (87'000 bis 103'000), Senior CHF 120'000 (109'000 bis 131'000). Support-nahe Stellen liegen mit dem Band ICT-Fachmann/-frau tiefer, bei Medianen von 58'000, 75'000 und 95'000. Den Wert pro Stadt zeigt der Gehaltsrechner.

Schreiben Sie die Spanne als «CHF 85'000 bis 100'000 x 13» und sagen Sie, ob Pikett separat entschädigt wird. Eine Pflicht zur Lohnangabe gibt es nicht (Gutachten Pärli für das EBG, 2023). Nur 11.8 % der Schweizer Firmen nennen den Lohn im Inserat (JobCloud-Umfrage 2024), eine Spanne fällt deshalb auf.

Der 13. Monatslohn ist kein Benefit, sondern Standard bei 75.9 % der Arbeitnehmenden (BFS, Lohnstrukturerhebung 2024), ebenso 5 statt der gesetzlichen 4 Ferienwochen (BFS 2025) und die 42-Stunden-Woche nahe am vertraglichen Schnitt von 41 Stunden 47 Minuten (BFS 2024). Nennen Sie das Pensum als Spanne im Titel, etwa 80–100 %, und die Homeoffice-Tage. Läuft Pikett mit, schreiben Sie den Turnus dazu, denn er verschiebt das reale Pensum stärker als die Prozentzahl im Titel zeigt.

Stelleninserat Informatiker/in

Ersetzen Sie die Platzhalter in eckigen Klammern. Die Vorlage beschreibt eine Betriebsstelle im KMU; für Applikationsentwicklung tauschen Sie Aufgaben und Muss gegen den Stack.

Vorlage zum Übernehmen
Titel und Eckdaten

Informatiker/in Systemtechnik 80–100 %

[Ort], hybrid mit [2] Tagen Homeoffice pro Woche. Stellenantritt per sofort oder nach Vereinbarung, unbefristet.

Einleitung

[Firma], [Branche], [Anzahl] Mitarbeitende an [Anzahl] Standorten. Unser IT-Team von [Anzahl] Personen betreibt [Anzahl] Server, Microsoft 365 für [Anzahl] Anwender und [ERP]. Wir suchen eine Fachperson, die den Betrieb stabil hält und Schritt für Schritt automatisiert.

Aufgaben

Sie betreiben unsere Windows- und Linux-Server, [VMware oder Hyper-V] und das Backup.

Sie pflegen Active Directory und Entra ID und wickeln Ein- und Austritte technisch ab.

Sie betreuen Microsoft 365 und Intune.

Sie lösen Störungen im 2nd Level, dokumentieren nach ITIL und automatisieren wiederkehrende Aufgaben mit PowerShell.

Sie begleiten die Migration von [System] nach [Azure oder Microsoft 365].

Anforderungen

Voraussetzung sind ein EFZ als Informatiker/in oder eine gleichwertige Ausbildung, [2] Jahre Praxis mit Windows Server und Active Directory, PowerShell, sicheres Deutsch und Englisch für Dokumentation.

Von Vorteil sind MD-102, ITIL Foundation, Azure-Grundlagen und Linux.

Pikett fällt eine Woche pro [6] Wochen an, entschädigt mit [CHF Betrag] pro Woche plus Zuschlag pro Einsatz.

Angebot

CHF [85'000] bis [100'000] x 13, je nach Erfahrung.

42-Stunden-Woche, 5 Wochen Ferien, [2] Tage Homeoffice pro Woche.

[CHF 3'000] und [5] Tage pro Jahr für Weiterbildung, [weitere Leistungen].

Bewerbung

Senden Sie CV und Arbeitszeugnisse als PDF an [E-Mail] oder über [Link]; ein Motivationsschreiben ist nicht nötig.

Wir melden uns innert [5] Arbeitstagen; erstes Gespräch per Video, zweites vor Ort mit dem Team.

Fragen beantwortet [Name], [Telefon]. Wie wir Bewerbungsdaten bearbeiten, steht in der Datenschutzerklärung unter [Link].

Formulierungen und Fehler bei dieser Rolle

Ein Titel wie «Informatiker/in 100 %» ohne Schwerpunkt wird von Entwicklerinnen wie Supportern übergangen; beide wissen nicht, ob sie gemeint sind. «Allrounder» und «Hands-on» ersetzen keine Aufgabenliste. Wer Support, Serverbetrieb, Entwicklung und Telefonie in ein Inserat packt, beschreibt ein Team, nicht eine Person.

Rechtlich bleibt wenig, aber Konkretes. Auf der SECO-Liste der meldepflichtigen Berufsarten 2026 steht keine Informatik-Berufsart; die Meldung beim RAV entfällt; bei ungewöhnlichen Titeln lohnt sich der SECO-Check-Up trotzdem, weil die Tätigkeit zählt. Ein Personalverleiher muss Namen, Adresse und den Hinweis auf Verleih nennen (Art. 18 AVG). Der Bewerbungsweg braucht eine Datenschutzerklärung (Art. 19 DSG); Dossiers werden nach Abschluss vernichtet oder nur mit Einwilligung im Talentpool behalten.

Vor der Publikation prüfen

  1. Titel nennt Fachrichtung oder Schwerpunkt und Pensum, nicht nur «Informatiker/in».

  2. Anwender, Standorte, Server, Cloud-Anteil und ERP sind genannt.

  3. Pikett mit Turnus und Entschädigung genannt oder ausdrücklich ausgeschlossen.

  4. EFZ plus Praxis bei Muss, Zertifikate bei Wunsch.

  5. Sprachen mit Niveau und Zweck, keine Altersgrenze.

  6. Lohnspanne x 13, Arbeitszeit, Ferienwochen und Homeoffice-Tage im Angebot.

  7. Kontaktperson mit Name und Telefon, verlangte Unterlagen und Link zur Datenschutzerklärung.

Verwandte Vorlagen

Betrieb

System Engineer

Wenn Server, Virtualisierung und hybride Umgebungen den Alltag prägen.

Support

IT-Supporter/in

Wenn 1st- und 2nd-Level-Support den Tag füllen; Lohnband der ICT-Fachleute.

Entwicklung

Softwareentwickler/in

Für die Fachrichtung Applikationsentwicklung mit Java, C# und .NET oder TypeScript.

Leitfaden

Stelleninserat schreiben

Aufbau, Schweizer Konventionen und Rechtsrahmen für jedes IT-Inserat.

Häufige Fragen zum Inserat für Informatiker/innen

Soll im Titel «Informatiker/in» oder «System Engineer» stehen?

Beides, wenn der Schwerpunkt dahintersteht. «Informatiker/in» ist die Berufsbezeichnung aus der Lehre, «System Engineer» der Markttitel für dieselbe Infrastrukturarbeit in grösseren und englischsprachigen Teams. «Informatiker/in Systemtechnik / System Engineer 80–100 %» deckt beide Suchen ab; auf ITBoard landen beide Titel bei System Engineering.

Muss ich die Stelle beim RAV melden?

Nein. Die Stellenmeldepflicht gilt 2026 in Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote ab 5 %. Auf der SECO-Liste vom 1. Dezember 2025 steht keine Informatik-Berufsart; im Tech-Umfeld betroffen sind nur Grafik- und Multimediadesign, worunter das SECO auch UX/UI-Designer führt, sowie Führungskräfte in Vertrieb und Marketing. Massgebend ist die Tätigkeit, nicht der Titel; bei ungewöhnlichem Profil lohnt sich der Check-Up des SECO.

Welches Lohnband sollte ich für eine Informatiker-Stelle ausschreiben?

Orientieren Sie sich am Gehaltsreport auf ITBoard: Er nennt für Informatiker/innen einen Median von CHF 72'000 beim Einstieg, CHF 95'000 mit Erfahrung und CHF 120'000 auf Senior-Stufe, jeweils als Jahreslohn. Support-nahe Stellen liegen mit dem Band ICT-Fachmann/-frau bei 58'000, 75'000 und 95'000. Stadt, Umgebung und Pikett verschieben den Wert; der Gehaltsrechner zeigt die Bänder pro Standort.

Ist ein HF- oder FH-Abschluss gleichwertig zum Informatiker/in EFZ?

Für die meisten KMU-Stellen ja. Höhere Fachschule und Fachhochschule bilden praxisnah aus, «EFZ oder gleichwertige Ausbildung» im Inserat deckt beide ab. Der Unterschied liegt in der Stufe: HF und FH setzen meist eine Berufsmaturität oder mehrjährige Praxis voraus und passen eher zu Stellen mit Konzeptverantwortung.

Muss der Lohn im Inserat stehen?

Nein. Das Gutachten von Prof. Kurt Pärli für das EBG (2023) hält fest, dass das Schweizer Arbeitsrecht keinen Anspruch auf Information über den Einstiegslohn kennt; die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz gilt in der Schweiz nicht. Nur 11.8 % der Firmen nennen den Lohn im Inserat, weshalb eine Spanne wie «CHF 85'000 bis 100'000 x 13» auffällt und unpassende Bewerbungen reduziert.

Darf ich eine Altersgrenze oder Schweizer Wohnsitz verlangen?

Für private Arbeitgeber gibt es kein allgemeines Antidiskriminierungsgesetz; Altersangaben sind nicht verboten, kosten aber Bewerbungen und Reputation. Der Aufenthaltsstatus ist kein geschütztes Merkmal, «Arbeitsbewilligung vorhanden» oder «Wohnsitz in der Schweiz» dürfen Sie verlangen. Strafbar ist der Ausschluss nach Ethnie oder Religion (Art. 261bis StGB); das Gleichstellungsgesetz verbietet Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Anstellung.

Inserat für Informatiker/innen aufgeben

Übernehmen Sie die Vorlage in ein Firmenkonto, markieren Sie die Skills und tragen Sie das Lohnband ein. Die ersten drei Inserate sind gratis und laufen je 30 Tage.