Informatik-Lehrstelle ausschreiben: der Weg zum Lehrbetrieb
Bilden Sie ab August 2027 erstmals eine Informatikerin EFZ oder einen ICT-Fachmann EFZ aus, brauchen Sie bis dahin eine Bildungsbewilligung und eine Berufsbildnerin mit Kursausweis. Dazu kommt ein Inserat, das 15-Jährige und ihre Eltern verstehen; die Schritte dazu stehen hier in der Reihenfolge, in der Sie sie erledigen.
81 % aller ICT-Abschlüsse in der Schweiz haben ihren Ursprung in der Berufsbildung; 2025 zählte ICT-Berufsbildung Schweiz 12'208 Lehrverhältnisse. Trotzdem liegt die Lehrstellenquote bei 5,9 % der ICT-Vollzeitstellen; die Bedarfsprognose 2033 nennt 8,8 % als Ziel und rät jedem Betrieb mit neun ICT-Vollzeitäquivalenten zu einer Lehrstelle.
Welche Informatik-Lehren es gibt
ICT-Berufsbildung Schweiz trägt vier Lehrberufe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis; für Betriebe, die Software entwickeln oder Systeme betreiben, kommen vor allem die ersten beiden in Frage.
Informatiker/in EFZ: Vier Jahre, Bildungsverordnung 2021, Fachrichtungen Applikationsentwicklung und Plattformentwicklung; die frühere Systemtechnik gibt es nicht mehr. Im Durchschnitt 3,5 Tage pro Woche im Betrieb, 2'000 Lektionen Berufsfachschule, 35 Tage überbetriebliche Kurse (ÜK) in sieben Modulen. Mit 8'033 Lehrverhältnissen (2023) der mit Abstand grösste ICT-Lehrberuf.
ICT-Fachfrau/-mann EFZ: Drei Jahre; die neue Bildungsverordnung vom 3. Juli 2025 gilt ab Lehrbeginn August 2026. Im Durchschnitt 3,7 Tage im Betrieb, im ersten Lehrjahr zwei Schultage, danach einer, 24 ÜK-Tage in vier Kursen. Passt für Support, Betrieb und Anwendung, weniger für reine Entwicklung.
Mediamatiker/in EFZ: Vier Jahre, Bildungsverordnung 2019, 25 ÜK-Tage; die Revision tritt erst 2028 in Kraft, für Lehrbeginn 2027 gilt die heutige Verordnung. Frauenanteil 40 %, der höchste der ICT-Lehrberufe.
Entwickler/in digitales Business EFZ: Vier Jahre, Bildungsverordnung 2023, sieben ÜK-Module zu fünf Tagen; die erste Kohorte 2023 zählte 103 Lernende schweizweit.
Bei Informatiker/innen EFZ muss die Fachrichtung im Lehrvertrag stehen (Art. 1 Abs. 3 der Bildungsverordnung); legen Sie sie vor der Ausschreibung fest und nennen Sie sie im Titel. Die Berufsmaturität läuft mit einem zusätzlichen Schultag parallel zur Lehre. Laut einer Umfrage von ICT-Berufsbildung Schweiz von 2025 absolvieren 43 % der ICT-Lehrbeginner/innen die BM 1; wer sie zulässt, gewinnt die schulisch stärksten Bewerbenden und hat sie einen Tag weniger im Betrieb.
Alternative zur Lehre: das IMS-Praktikum
Fehlt die Kapazität für eine mehrjährige Lehre, bietet sich Absolventinnen und Absolventen der Informatikmittelschule ein IMS-Praktikum an, empfohlen mit CHF 1'500 bis 1'800 pro Monat. Hochschulpraktika und Werkstudierende behandelt der Ratgeber Praktikanten und Werkstudenten finden.
Voraussetzungen für den Lehrbetrieb
Die Bildungsbewilligung
Jeder Betrieb, der Lernende ausbildet, braucht eine Bildungsbewilligung des Standortkantons (Art. 20 Berufsbildungsgesetz); Gebühren darf der Kanton dafür keine erheben. Das Gesuch geht per Formular oder online an das Berufsbildungsamt, mit Personalblatt der Berufsbildnerin, Fähigkeitszeugnis, Kursausweis (falls vorhanden) und einer Erklärung zur Arbeitssicherheit. Danach prüft eine Berufsinspektorin beim Betriebsbesuch, ob die Einrichtungen die Inhalte der Bildungsverordnung erlauben. Die Praxis unterscheidet sich von Kanton zu Kanton:
Basel-Stadt: entscheidet innert 20 Arbeitstagen.
Aargau: nimmt Gesuche jederzeit an und lässt den Berufsbildnerkurs innerhalb eines Jahres nachholen.
Zürich: verlangt den Kursausweis nur, «sofern schon vorhanden».
Alle kantonalen Anlaufstellen listet berufsbildung.ch.
Berufsbildnerin oder Berufsbildner
Nach Art. 44 der Berufsbildungsverordnung braucht die ausbildende Person ein Fähigkeitszeugnis im Lehrgebiet oder eine gleichwertige Qualifikation, zwei Jahre Berufspraxis und 100 Lernstunden Berufspädagogik, ersetzbar durch einen Kurs von 40 Kursstunden mit Kursausweis. Die Bildungsverordnung Informatiker/in lässt auch einen verwandten EFZ mit fünf Jahren Praxis oder einen Hochschul- oder HF-Abschluss mit zwei Jahren Praxis im Lehrgebiet zu. Der Kurs dauert fünf Tage und kostet beim ZLI, der Organisation der Zürcher ICT-Lehrbetriebe, CHF 750 für Mitglieder und CHF 800 für Nichtmitglieder; Betriebe mit Sitz im Kanton Zürich erhalten zusätzlich CHF 250 Kantonsbeitrag von der Rechnung abgezogen (netto CHF 500 beziehungsweise CHF 550), in Basel-Stadt kostet der Kurs CHF 300. Die nächsten ZLI-Kurse starten am 19. Oktober und 30. November 2026.
Eine Berufsbildnerin zu 100 % oder zwei zu je mindestens 60 % erlauben eine lernende Person. Jede weitere Fachkraft zu 100 % mit EFZ erlaubt eine weitere lernende Person, die beginnen darf, sobald die erste ins letzte Lehrjahr eintritt. Bei ICT-Fachleuten reichen 80 %, und die neue Verordnung verlangt, dass Lernende während der Praxis von einer Berufsbildnerin oder Fachkraft beaufsichtigt sind.
Infrastruktur, Verbund und Basislehrjahr
ICT-Berufsbildung Thurgau rechnet pro Ausbildungsplatz mit:
rund CHF 2'500 für Laptop und Hardware
bis CHF 1'000 pro Jahr für Lizenzen und Schulmaterial
10 bis 15 % des Pensums einer IT-Fachperson für die Betreuung
Fehlt ein Teil davon, bleiben zwei Wege. Im Lehrbetriebsverbund schliesst ein Leitbetrieb den Lehrvertrag ab (Art. 8 Abs. 2 BBV) und übernimmt die Administration; ICT-Berufsbildung Zentralschweiz führt einen mit 15 Kooperationsbetrieben, login Berufsbildung einen mit der SBB. Im Basislehrjahr verbringen die Lernenden das erste Jahr in einem Ausbildungszentrum wie ZLI, bbc, ZbW, ICT-BZ oder aprentas. ICT-BZ Kriens publiziert CHF 8'170 (Applikationsentwicklung) und CHF 8'690 (Plattformentwicklung) für das erste Semester ohne ÜK und Mehrwertsteuer; die anderen veröffentlichen keine Preise.
Der Kalender einer Lehrstelle
Kantone, Bund und Organisationen der Arbeitswelt haben sich in einem Commitment auf drei Regeln geeinigt. Lehrstellen werden frühestens im August des Vorjahres ausgeschrieben, Lehrverträge frühestens ein Jahr vor Lehrbeginn abgeschlossen und frühestens im September des Vorjahres genehmigt. Der Lehrstellennachweis LENA publiziert deshalb per 1. August und beendet die Publikation des laufenden Jahres am 31. Oktober. Für Lehrbeginn im August 2027 ergibt sich daraus dieser Ablauf.
August 2026: Ausschreibung in LENA und auf den eigenen Kanälen; Zürich überträgt Einträge aus dem Lehrbetriebsportal über Nacht an berufsberatung.ch.
September bis Dezember 2026: Schnupperlehren und Auswahl: ab 13 Jahren, höchstens zwei Wochen, maximal 8 Stunden pro Tag zwischen 6 und 18 Uhr, Unfallversicherung durch den Betrieb. Entscheiden Sie rasch, denn 51 % der ICT-Lehrbeginner/innen hatten zuletzt mehrere Angebote.
Ab September 2026: Lehrvertrag auf dem kantonalen Standardformular, bei Minderjährigen mit Unterschrift der gesetzlichen Vertretung, bei Informatiker/innen mit Fachrichtung. Probezeit ein bis drei Monate, verlängerbar auf sechs, Kündigungsfrist darin sieben Tage; Zürich verlangt drei Exemplare und nimmt keine handschriftlichen Verträge mehr an.
Herbst 2026 bis Frühling 2027: Genehmigung durch den Kanton, gebührenfrei (Art. 14 Abs. 3 BBG), in Zürich in der Hochsaison bis zu acht Wochen.
Frühling bis Sommer 2027: Anmeldung an Berufsfachschule und ÜK, Arbeitsplatz einrichten. Springt jemand ab, bleibt die Lehrstelle in LENA bis zum 31. Oktober 2027 ausgeschrieben.
August 2027: Lehrbeginn mit unterzeichnetem und genehmigtem Vertrag, auch bei mehreren Bildungspartnern (Art. 8 Abs. 1 BBV).
Auch ohne Bewilligung im September 2026 ist August 2027 noch erreichbar, denn die Schnupperlehr-Saison läuft bis in den Winter. Was fehlt, ist der Vorsprung der Betriebe, die seit dem 1. August in LENA stehen.
Wo Sie eine Lehrstelle ausschreiben
Der erste Kanal ist der Lehrstellennachweis LENA auf berufsberatung.ch. Die Kantone publizieren dort kostenlos alle gemeldeten Lehrstellen; Voraussetzung ist eine gültige Bildungsbewilligung. Für den Lehrstart 2025 standen Ende Mai rund 16'000 offene Lehrstellen aller Berufe im LENA. Erfasst wird je nach Kanton durch die Berufsberatung, das Berufsbildungsamt oder den Betrieb im Lehrbetriebsportal (Zürich berufsbildungsportal.zh.ch, Basel-Stadt lehrbetriebsportal.bs.ch).
Private Lehrstellenportale verkaufen Reichweite bei Jugendlichen als Jahrespaket. yousty verlangt im ersten Jahr, inklusive Bewerbermanagement:
Start: CHF 960
Plus: CHF 1'290
Fokus: CHF 1'790
Ab dem zweiten Jahr sinkt der Preis auf CHF 870, ein weiteres Lehrstellenprofil kostet CHF 650. Eine ältere Preisseite nennt zusätzlich CHF 90 Aktivierungsgebühr; fragen Sie vor dem Abschluss nach. gateway.one kostet CHF 980 («Light») oder CHF 1'450 («Premium» mit Active Sourcing) pro Jahr.
Auf der eigenen Website bekommt die Lehrstelle eine eigene Seite mit Lehrbeginn im Titel; bekannte Vorschriften dazu gibt es keine. Auf ITBoard erscheint sie in der Rubrik Informatik-Lehrstellen, filterbar nach Applikationsentwicklung, Plattformentwicklung und ICT-Fachfrau/-mann. Das Publikum sind IT-Fachleute, darunter viele mit eigener Lehre; für den direkten Kontakt zu Schulabgängern bleibt LENA der wichtigere Kanal, ITBoard ergänzt ihn. Sie erstellen die Anzeige wie jedes Inserat im Firmenkonto. Die ersten drei Inserate sind gratis und laufen 30 Tage. Danach kostet ein Inserat CHF 49 für einen Monat, CHF 99 für zwei Monate oder CHF 199 für ein Jahr, was die Saison bis zum Lehrbeginn abdeckt.
Was ein Lehrstellen-Inserat enthalten muss
Das Inserat lesen zwei Gruppen, die nichts von Ihrem Stack wissen: Jugendliche zwischen 14 und 16 im Berufswahljahr und ihre Eltern, die mitentscheiden und den Lehrvertrag mitunterschreiben. Beide wollen wissen, wie eine Woche aussieht, was die Person verdient, wer sie betreut und wie man sich meldet. Schreiben Sie den Alltag konkret: 3,5 Tage Betrieb, zwei Tage Berufsfachschule und sieben ÜK-Wochen über die Lehrzeit verteilt, dazu Schule und ÜK-Ort, weil beide den Schulweg bestimmen. Viele Lehrbetriebe duzen in Lehrstellen-Inseraten; dann bleibt der ganze Text so einfach wie die Anrede. Vom Ratgeber Stelleninserat schreiben übernehmen Sie die Struktur, nicht die Sprache.
Checkliste für das Lehrstellen-Inserat
Beruf und Fachrichtung im Titel, Lehrbeginn (August 2027), Anzahl Lehrstellen
Tage im Betrieb, Schultage, Name der Berufsfachschule und ÜK-Ort
Aufgaben im ersten Lehrjahr in Alltagssprache statt in Technologienamen
Lohn pro Lehrjahr in CHF, Anzahl Monatslöhne, Ferien (fünf Wochen bis 20)
Berufsmaturität möglich oder nicht, Basislehrjahr ja oder nein
Name und Funktion der Berufsbildnerin, Teamgrösse, Zahl der aktuellen Lernenden
Anforderungen, die Sie wirklich prüfen, etwa Schulstufe und Noten in Mathematik
Schnupperlehre mit Dauer, Zeitraum und Anmeldeweg
Bewerbungsweg mit Unterlagen, Frist und Ansprechperson mit Telefonnummer
Perspektive nach der Lehre, etwa Übernahme und Beispiele ehemaliger Lernender
Was die Lehre kostet und bringt
Lehrlingslohn
ICT-Berufsbildung Schweiz empfiehlt unverbindliche Monatslöhne; einen Gesamtarbeitsvertrag gibt es nicht, der Lohn wird im Lehrvertrag vereinbart.
1. Lehrjahr CHF 550–700
2. Lehrjahr CHF 750–900
3. Lehrjahr CHF 950–1'200
4. Lehrjahr CHF 1'250–1'500
1. Lehrjahr CHF 550–750
2. Lehrjahr CHF 800–1'000
3. Lehrjahr CHF 1'050–1'250
IMS-Praktikum CHF 1'500–1'800
Die Praxis liegt am oberen Rand. Die EHB weist für 2022/23 Mediane von CHF 630 im ersten und CHF 1'400 im vierten Lehrjahr aus; swissICT fand 2022, dass die Hälfte der Lernenden ICT-Fachleute mindestens einen Monatslohn über der Empfehlung verdient. login Berufsbildung bietet im SBB-Verbund 13 Monatslöhne und ein GA; daneben muss ein Inserat am unteren Rand bestehen.
Überbetriebliche Kurse
Die ÜK zahlt der Lehrbetrieb, beim ZLI im Voraus. Dessen Preisliste 2026/27 nennt CHF 220 pro Kurstag für Mitglieder und CHF 264 für Nichtmitglieder, über die 35 Tage einer Informatiklehre rund CHF 7'700 oder CHF 9'240, bevor der Zürcher Berufsbildungsfonds CHF 60 pro Tag gutschreibt. ICT-Berufsbildung Bern rechnet CHF 160 beziehungsweise CHF 240 pro Tag (total CHF 5'600 oder CHF 8'400), die Zentralschweiz CHF 230 beziehungsweise CHF 300 ohne Mehrwertsteuer. Die Mitgliederdifferenz beim ZLI, CHF 1'540 über 35 Tage, halten Sie gegen den Beitrag Ihrer regionalen Organisation.
Die Rechnung über vier Jahre
Die Kosten-Nutzen-Erhebung der EHB (November 2025, Daten 2022/23, 107 Betriebe und 551 Lernende Informatiker/in EFZ) liefert die belastbarste Zahl. Eine Informatiklehre kostet über vier Jahre brutto CHF 118'790 und bringt produktive Leistungen von CHF 116'530; es bleiben Nettokosten von CHF 2'260. Über alle Lehrberufe zeigen mehr als 70 % der Lehrverhältnisse schon während der Lehre einen positiven Nettonutzen. Die Informatiklehre gehört zu den wenigen mit leichtem Minus. Das erste Lehrjahr kostet netto CHF 16'690, das zweite CHF 9'590; erst das dritte Lehrjahr bringt CHF 3'840, das vierte CHF 20'180.
Nach dem Abschluss dreht die Rechnung. 59 % bleiben im Lehrbetrieb, und jede Weiterbeschäftigung spart laut EHB im Schnitt CHF 26'100 an Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten; was externe Rekrutierung kostet, steht im Ratgeber IT-Personalvermittlung. Wie gross der Fachkräftebedarf bis 2033 insgesamt ist, zeigt der Ratgeber IT-Arbeitsmarkt Schweiz.
Erste Lehrstelle: der schnellste Weg
Starten Sie im September 2026 bei null und wollen im August 2027 ausbilden, gehen Sie so vor.
Diese Woche: Beruf, Fachrichtung und Berufsbildnerin festlegen, Qualifikation an Art. 10 der Bildungsverordnung prüfen. Regionale Organisation der Arbeitswelt kontaktieren; ICT-Berufsbildung Schweiz listet 17, darunter ZLI und ICT-Berufsbildung Bern. Sie kennen Ausbildungsberatung, ÜK-Termine und Verbünde, die Partnerbetriebe suchen.
Bis Ende September: Gesuch um Bildungsbewilligung einreichen und die Berufsbildnerin für den nächsten Kurs anmelden; in Aargau und Zürich darf der Kursausweis nachgereicht werden.
Oktober: Betriebsbesuch mit Arbeitsplatz, Ausbildungsprogramm nach Bildungsplan und Aufgaben des ersten Lehrjahres. Nach der Bewilligung Lehrstelle in LENA, auf der Website und auf ITBoard erfassen.
Ab hier folgen Sie dem Kalender oben: Schnupperlehren im Herbst 2026, Lehrvertrag ab September 2026, Genehmigung bis Frühling 2027, Lehrbeginn im August 2027.
Reicht Zeit oder Infrastruktur nicht, ist das Basislehrjahr der schnellere Einstieg. Sie wählen die Person aus, das erste Jahr findet im Zentrum statt, und Sie haben zwölf Monate für Betreuung und Arbeitsplatz. Ähnlich der Verbund, in dem ein Leitbetrieb die Administration übernimmt und Ihr Betrieb einen Praxiseinsatz stellt; ICT-BZ besetzt in seinem Mediamatik-Verbund jährlich zwei bis fünf Lehrstellen mit Einsätzen von 15 und 24 Monaten.
Häufige Fragen zum Ausschreiben einer Informatik-Lehrstelle
Brauche ich für eine Informatik-Lehrstelle eine Bildungsbewilligung?
Ja. Nach Art. 20 des Berufsbildungsgesetzes braucht jeder Betrieb, der Lernende ausbildet, eine Bildungsbewilligung des Standortkantons; Gebühren darf der Kanton dafür keine erheben. Das Berufsbildungsamt prüft Berufsbildnerin, Einrichtungen und Arbeitssicherheit beim Betriebsbesuch; Basel-Stadt entscheidet innert 20 Arbeitstagen, Aargau nimmt Gesuche jederzeit an. Ohne gültige Bewilligung nimmt der Lehrstellennachweis LENA keine Lehrstelle auf.
Wer darf als Berufsbildnerin oder Berufsbildner ausbilden?
Nach Art. 44 der Berufsbildungsverordnung braucht die Person ein Fähigkeitszeugnis im Lehrgebiet oder eine gleichwertige Qualifikation, zwei Jahre Berufspraxis und 100 Lernstunden Berufspädagogik, ersetzbar durch einen Kurs von 40 Kursstunden mit Kursausweis. Für Informatiker/innen EFZ genügt auch ein Hochschul- oder HF-Abschluss mit zwei Jahren Praxis im Lehrgebiet. Der fünftägige Kurs kostet zwischen CHF 300 in Basel-Stadt und CHF 800 beim ZLI in Zürich für Nichtmitglieder.
Wann muss ich eine Informatik-Lehrstelle ausschreiben?
Laut dem Commitment der Verbundpartner frühestens im August des Vorjahres; der Lehrstellennachweis LENA publiziert jeweils per 1. August. Lehrverträge dürfen frühestens ein Jahr vor Lehrbeginn abgeschlossen und ab September genehmigt werden. Für Lehrbeginn im August 2027 heisst das: Ausschreibung ab August 2026, Vertrag ab September 2026. Später geht bis zum 31. Oktober des Lehrbeginnjahres, doch mehr als die Hälfte der ICT-Lehrbeginner hatte zuletzt mehrere Angebote.
Wie viel Lohn bekommt eine Informatik-Lernende?
ICT-Berufsbildung Schweiz empfiehlt unverbindlich CHF 550 bis 700 im ersten, 750 bis 900 im zweiten, 950 bis 1'200 im dritten und 1'250 bis 1'500 im vierten Lehrjahr; für ICT-Fachleute CHF 550 bis 750, 800 bis 1'000 und 1'050 bis 1'250. Der Lohn wird im Lehrvertrag frei vereinbart, einen Gesamtarbeitsvertrag gibt es nicht. Die EHB-Erhebung 2022/23 zeigt Mediane von CHF 630 im ersten und CHF 1'400 im vierten Lehrjahr, also am oberen Rand der Empfehlung.
Was kostet die Ausbildung einer Informatikerin EFZ insgesamt?
Die Kosten-Nutzen-Erhebung der EHB für 2022/23 beziffert die Bruttokosten einer vierjährigen Informatiklehre auf CHF 118'790, die produktiven Leistungen auf CHF 116'530; es bleiben Nettokosten von CHF 2'260. Die ersten zwei Lehrjahre kosten netto, das dritte und vierte bringen zusammen rund CHF 24'000. 59 % der Lernenden bleiben im Betrieb, was im Schnitt CHF 26'100 Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten spart.
Kann ich ohne eigene Infrastruktur oder Berufsbildner ausbilden?
Ja, über zwei Modelle. Im Basislehrjahr verbringt die lernende Person das erste Jahr in einem Ausbildungszentrum wie ZLI, bbc, ZbW, ICT-BZ oder aprentas und kommt danach in Ihren Betrieb; ICT-BZ Kriens verlangt CHF 8'170 bis 8'690 für das erste Semester. Im Lehrbetriebsverbund schliesst ein Leitbetrieb den Lehrvertrag ab und organisiert die Ausbildung, Ihr Betrieb stellt einen Praxiseinsatz. Die regionalen Organisationen von ICT-Berufsbildung Schweiz vermitteln beides.
Lehrstelle auf ITBoard inserieren
Erstellen Sie ein Firmenkonto, erfassen Sie die Lehrstelle mit Fachrichtung und Lehrbeginn, und sie erscheint in der Rubrik Informatik-Lehrstellen. Die ersten drei Inserate sind gratis.
· Quellen: Bildungsverordnung Informatiker/in EFZ 2021, Bildungsverordnung ICT-Fachfrau/-mann EFZ 2026, Berufsbildungsgesetz BBG, Berufsbildungsverordnung BBV, ICT-Berufsbildung Schweiz: Lohnempfehlungen, ICT-Berufsbildung Schweiz: Lehrbetrieb werden, Bedarfsprognose 2033, Facts & Figures 2026, Umfrage Lehrbeginner/innen 2025, ICT-Lehrverhältnisse 2023, ZLI: ÜK-Preise 2026/27, ZLI: Berufsbildnerkurs, ICT-LearnFactory Bern: ÜK, ICT-Berufsbildung Zentralschweiz: ÜK, ICT-BZ: Basislehrjahr, ICT-BZ: Lehrbetriebsverbund, ICT-Berufsbildung Thurgau: Aufwände, EHB Kosten-Nutzen-Erhebung 2025, swissICT: Lernendensaläre 2022, login Berufsbildung, Kanton Bern: Commitment der Verbundpartner, SDBB: LENA-FAQ, Kanton Zürich: Bildungsbewilligung, Kanton Zürich: Lehrvertrag, Kanton Zürich: Ausschreibungsplattformen, Kanton Basel-Stadt: Lehrbetriebe, Kanton Aargau: Lehrbetrieb werden, Kanton Aargau: Berufsbildnerkurs nachholen, berufsbildung.ch: Schnupperlehre, berufsbildung.ch: Lehrvertrag, SBFI: Nahtstellenbarometer 2025, yousty: Preise, gateway.one. Alle Quellen abgerufen am 16. September 2026.