Headhunter in der IT: wie die Zusammenarbeit funktioniert
Headhunter und Personalvermittler besetzen in der Schweizer IT einen erheblichen Teil der Spezialisten- und Führungsrollen. Richtig eingesetzt öffnen sie Türen zu Stellen, die nie ausgeschrieben werden. Dieser Artikel erklärt, wer was macht, wann sich die Zusammenarbeit lohnt und welche Spielregeln dich schützen.
Headhunter, Vermittler, Sourcer: wer macht was
Executive Search («Headhunter» im engen Sinn): Arbeitet mit exklusivem Mandat an Schlüssel- und Führungspositionen und wird von der Firma unabhängig vom Erfolg bezahlt. Sucht gezielt und diskret, oft ohne dass die Stelle je öffentlich wird.
Personalvermittlung: Vermittelt Fach- und Spezialistenrollen auf Erfolgsbasis: Die Firma zahlt bei Anstellung eine Provision, üblicherweise einen Anteil des Jahreslohns. Für dich ist die Vermittlung kostenlos.
Personalverleih / Contracting: Du bist beim Dienstleister angestellt und arbeitest im Einsatz beim Kunden. In der IT verbreitet für Projekte; ein anderes Modell mit eigenem Vertragswerk.
Interne Sourcer: Recruiter der Firma selbst, die aktiv Kandidaten suchen. Wie diese Suchen ablaufen, zeigt der Artikel Active Sourcing.
Wann sich die Zusammenarbeit lohnt
Am meisten bringen Vermittler und Headhunter, wenn dein Profil Seltenheitswert hat: mehrjährige Erfahrung, gefragte Spezialisierung, Führungsverantwortung. Dann kennen sie Mandate aus dem verdeckten Stellenmarkt, verschaffen dir direkten Zugang zur Entscheidungsebene und verhandeln mit, weil ihr Honorar an deinem Lohn hängt.
Für den Berufseinstieg und den Quereinstieg sind sie der falsche Kanal: Dort gibt es kaum Mandate, weil Firmen diese Rollen problemlos selbst besetzen. Der direkte Weg über offene Stellen und ein sichtbares Profil wirkt in dieser Phase deutlich besser.
Die Spielregeln der Zusammenarbeit
Checkliste: so behältst du die Kontrolle
Dein Dossier geht nur mit deiner Freigabe raus, und zwar pro Firma einzeln
Lass dir jede Firma nennen, bevor der Vermittler dich dort vorschlägt
Führe Buch, wer dich wo eingereicht hat, um Doppel-Einreichungen zu vermeiden
Nenne dein Lohnband selbst und aktiv, damit nicht unter deinem Wert angeboten wird
Arbeite mit wenigen, spezialisierten Vermittlern statt mit jedem, der anruft
Bleib parallel selbst aktiv: Exklusivität schuldest du niemandem
Die erste Regel ist die wichtigste. Eine Doppel-Einreichung durch zwei Vermittler oder eine Streuung ohne dein Wissen wirkt unprofessionell und kann dich eine Stelle kosten. Seriöse Vermittler halten die Freigabe pro Firma von sich aus ein. Dein Lohnband stützt du am besten auf Marktdaten aus dem Gehaltsreport und dem Gehaltsrechner.
Seriös oder nicht: die Warnsignale
Gebühren für dich: In der Schweiz zahlt die Firma. Verlangt jemand von dir Geld für Aufnahme, Vermittlung oder «Dossier-Optimierung», geh.
Fantasie-Stellen: Vage Traumrollen ohne Firmenname, die vor allem deinen aktuellen Lohn und deine Kontakte abfragen, dienen der Marktforschung, nicht deiner Karriere.
Druck und Exklusivität: Wer dich drängt, sofort zu unterschreiben oder nur noch über ihn zu laufen, verhandelt für sich, nicht für dich.
CV-Streuung: Taucht dein Dossier bei Firmen auf, die du nie freigegeben hast, beende die Zusammenarbeit und verlange die Löschung deiner Daten.
So finden Headhunter dich
Headhunter suchen dort, wo alle Recruiter suchen: in Netzwerken, Datenbanken und über Empfehlungen. Ein präzises Profil mit exakten Skills, marktüblicher Rollenbezeichnung und Region bringt dich auf ihre Listen; ausserdem hilft der Ruf im eigenen Netzwerk, denn viele Mandate starten mit der Frage «Wen kennst du?».
Auffindbar wirst du über dein Profil: oben rechts «Profil bearbeiten» öffnen.
Fünf Schritte plus Kontaktfreigabe zuunterst: Ohne Haken bleibt es still, mit Haken erreichen dich Anfragen direkt im Konto.
Sichtbar für Firmen, die gerade suchen
Mit einem kostenlosen ITBoard-Profil samt Skills und Lebenslauf wirst du für Schweizer IT-Arbeitgeber sichtbar, sobald du die Kontaktfreigabe im Profil aktivierst. Du entscheidest, wer dich kontaktieren darf.
Häufige Fragen zu IT-Headhuntern
Was kostet mich ein Headhunter als Kandidat?
Nichts. In der Schweiz bezahlt das suchende Unternehmen: beim Executive Search ein Honorar, bei der Personalvermittlung eine Erfolgsprovision als Anteil des Jahreslohns. Anbieter, die von Kandidatinnen und Kandidaten Gebühren verlangen, sind unseriös.
Wie kommt ein Headhunter auf mich?
Über Profilsuchen in Netzwerken und Datenbanken, über Empfehlungen aus seinem Netzwerk und über Sichtbarkeit wie Vorträge oder Open-Source-Arbeit. Ein präzises Profil mit exakten Skills, üblicher Rollenbezeichnung und Region ist die Grundlage, um auf den Listen zu landen.
Soll ich meinen Lebenslauf mehreren Vermittlern geben?
Zwei bis drei spezialisierte Vermittler sind sinnvoll, mehr nicht. Wichtig ist die Regel, dass dein Dossier nur mit deiner Freigabe und pro Firma einzeln eingereicht wird, und dass du Buch führst, wer dich wo vorgeschlagen hat. Doppel-Einreichungen schaden deiner Kandidatur.
Ab welchem Erfahrungslevel lohnen sich Headhunter in der IT?
Grob ab drei bis fünf Jahren Erfahrung mit gefragter Spezialisierung, richtig wirksam bei Senior-, Architektur- und Führungsrollen. Für Einstiegs- und Juniorstellen gibt es kaum Mandate; dort führt der direkte Weg über Stellen und ein sichtbares Profil schneller zum Ziel.
Woran erkenne ich einen unseriösen Vermittler?
An Gebühren für Kandidaten, an vagen Stellen ohne Firmenname, an Druck zur Exklusivität und daran, dass dein Dossier ohne deine Freigabe gestreut wird. Seriöse Vermittler nennen dir jede Firma vorab, respektieren dein Lohnband und lassen dir Zeit für Entscheidungen.
Öffne den Kanal für Anfragen
Ob Headhunter oder Firma direkt: Mit einem sichtbaren Profil entscheiden gute Anfragen sich für dich.
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· Daten: ITBoard, Praxis im Schweizer IT-Recruiting